Umschulung · Kaufmännisch

Industriekaufmann/-frau

Sie arbeiten an der Schnittstelle zwischen Büro und Produktion.

Umschulung Industriekaufmann in Mannheim: Mann mit Tablet im Büro mit Blick in die Produktionshalle

Worum es geht

Industriekaufleute kaufen Material ein, kalkulieren Preise, planen die Produktion mit und verkaufen die fertigen Produkte. Sie lernen alle kaufmännischen Abteilungen eines Industriebetriebs kennen.

Was Sie lernen

  1. Einkauf und Materialwirtschaft
  2. Vertrieb und Marketing
  3. Kosten- und Leistungsrechnung
  4. Personalwirtschaft
  5. ERP-Systeme wie SAP
  6. Praktikum in einem Betrieb

Die genauen Inhalte unterscheiden sich je nach Bildungsträger. Fragen Sie nach dem Lehrplan.

Das passt zu Ihnen, wenn …

  • Sie interessieren sich dafür, wie Produkte entstehen.
  • Sie rechnen gern und verhandeln gern.
  • Sie arbeiten gern in wechselnden Abteilungen.

Aussichten in Mannheim

Die Region Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg ist stark von Industrie geprägt. Chemie, Maschinenbau und Zulieferer stellen regelmäßig Industriekaufleute ein.

Wo Sie das in der Region lernen können

Diese Träger haben das Angebot laut eigener Website in Mannheim oder Umgebung im Programm. Alphabetisch, ohne Wertung.

  • bfw – Unternehmen für BildungKäfertaler Straße 190, 68167 Mannheim
    Zum Angebot
  • BZE MannheimI1, 3–4, 68159 Mannheim
    Zum Angebot
  • ComCave CollegeReichskanzler-Müller-Straße 21, 68165 Mannheim
    Zum Angebot
  • DAA Deutsche Angestellten-AkademieKaiserring 2–6, 68161 Mannheim
    Zum Angebot
  • EVB TrainingM7, 18, 68161 Mannheim
    Zum Angebot
  • IAL Institut für angewandte LogistikMannheim
  • IBB Institut für Berufliche BildungM7, 16–18, 68161 Mannheim
    Zum Angebot
  • WBS TRAININGTraitteurstraße 28–34, 68165 Mannheim
    Zum Angebot

Alle Bildungsträger ansehen

So geht es weiter

Sprechen Sie mit Ihrer Arbeitsvermittlung bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Dort klären Sie, ob die Umschulung für Sie gefördert werden kann. Wie die Förderung funktioniert

Ratgeber

Umschulung Industriekaufmann: alles im Detail

Was Sie im Alltag tun

Industriekaufleute arbeiten in Unternehmen, die etwas herstellen oder Leistungen erbringen. Sie sorgen dafür, dass das Kaufmännische rund um die Produktion funktioniert. Im Einkauf vergleichen Sie Angebote, verhandeln mit Lieferanten und behalten Liefertermine im Blick. In der Produktion planen und steuern Sie mit, damit Material, Personal und Lagerplatz zur richtigen Zeit da sind. Im Vertrieb schreiben Sie Angebote und betreuen Kunden. Im Personalbereich kümmern Sie sich um Verwaltung und Abrechnung. Dazu kommen Rechnungswesen und Kostenrechnung.

Der Arbeitsplatz ist meist ein Büro. Sie arbeiten viel am Computer, mit Tabellen und mit der Unternehmenssoftware. Und Sie stimmen sich ständig ab: mit Kolleginnen und Kollegen aus der Fertigung, aus dem Lager, mit Kunden und Lieferanten. In größeren Betrieben arbeiten Sie oft in einer Abteilung, in kleineren Betrieben sind Sie für mehreres zugleich zuständig.

Was Sie in der Umschulung lernen

Grundlage ist die Ausbildungsverordnung für Industriekaufleute vom 12. März 2024. Sie gilt seit dem 1. August 2024 und hat die Fassung von 2002 abgelöst. Für eine Umschulung gelten dieselben Inhalte und dieselben Prüfungsanforderungen wie für die Ausbildung (§ 60 Berufsbildungsgesetz). Auch der Stoff der Berufsschule gehört dazu.

Die Verordnung nennt neun Kernbereiche, die alle Industriekaufleute beherrschen sollen:

  • die Leistungserstellung (Produktion) planen und koordinieren,
  • Logistik und Lager planen und steuern,
  • Beschaffung,
  • Marketing,
  • Vertrieb,
  • Personalprozesse,
  • kaufmännische Steuerung und Kontrolle, also Zahlen auswerten und berichten,
  • zwei Bereiche für branchenbezogene Aufgaben, die Sie in einem Einsatzgebiet vertiefen.

Das Einsatzgebiet ist Ihr Schwerpunkt gegen Ende der Ausbildung. Die Verordnung nennt sieben: Vertrieb, Marketing, Beschaffung, Logistik, Personal, Leistungserstellung und kaufmännische Steuerung. Ein anderes Gebiet ist möglich, wenn es dazu passt. Die Fachaufgabe für die Prüfung erledigen Sie in einem Betrieb. Fragen Sie deshalb früh, in welchem Bereich Sie während der Umschulung im Betrieb eingesetzt werden.

Neu seit 2024 ist ein stärkerer Blick auf digitale Abläufe: Wie hängen Fertigung und Steuerung digital zusammen? Wie geht man mit großen Datenmengen um, ohne Datenschutz und Datensicherheit zu verletzen? Auch Nachhaltigkeit spielt eine größere Rolle.

So läuft die Prüfung

Sie legen die Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab. Seit der neuen Verordnung ist sie „gestreckt“: Es gibt keine Zwischenprüfung mehr, sondern zwei Teile zu verschiedenen Zeitpunkten. Beide zählen für die Endnote.

  • Teil 1 – Leistungserstellung, Logistik, Beschaffung und Buchhaltung: schriftlich, 90 Minuten, 25 Prozent. In der regulären Ausbildung liegt Teil 1 im vierten Halbjahr.
  • Teil 2 – Marketing, Vertrieb, Personalwesen und kaufmännische Steuerung und Kontrolle: schriftlich, 150 Minuten, 35 Prozent.
  • Teil 2 – Wirtschafts- und Sozialkunde: schriftlich, 60 Minuten, 10 Prozent.
  • Teil 2 – Fachaufgabe im Einsatzgebiet: 30 Prozent. Sie erledigen im Betrieb eine echte Aufgabe und schreiben dazu eine Dokumentation von drei bis fünf Seiten. Vor dem Prüfungsausschuss präsentieren Sie sie (höchstens zehn Minuten) und führen ein Fachgespräch. Beides dauert zusammen 30 Minuten. Die Aufgabe müssen Sie vorher beantragen, und die IHK muss sie genehmigen.

Bestanden haben Sie, wenn das Gesamtergebnis und das Ergebnis von Teil 2 jeweils mindestens „ausreichend“ sind. Außerdem brauchen Sie in mindestens zwei Bereichen von Teil 2 ein „ausreichend“, und kein Bereich von Teil 2 darf „ungenügend“ sein. Ein schwaches Ergebnis in Teil 1 lässt sich also ausgleichen. Die Note aus Teil 1 zählt aber in jedem Fall mit. Unter bestimmten Bedingungen gibt es eine mündliche Ergänzungsprüfung von etwa 15 Minuten.

Was Sie mitbringen sollten – und was schwierig sein kann

Der Beruf ist breit. Sie lernen in kurzer Zeit viele Gebiete kennen: vom Einkauf über die Buchhaltung bis zum Personalwesen. Das ist abwechslungsreich, aber auch viel Stoff. Wer mit Zahlen, Prozentrechnung und Tabellen ungern arbeitet, tut sich in Rechnungswesen und Kostenrechnung schwer. Diese Themen stecken in zwei der vier Prüfungsbereiche.

Hilfreich sind Ordnung, Sorgfalt und Freude daran, Abläufe zu verstehen. Sie sollten sich schriftlich gut ausdrücken können, denn Sie schreiben E-Mails, Angebote und in der Prüfung eine Dokumentation. Im Fachgespräch müssen Sie Ihre Arbeit mündlich erklären und begründen. Das fällt nicht allen leicht. Üben Sie es rechtzeitig.

Die Umschulung ist verkürzt. Sie lernen also in kürzerer Zeit denselben Stoff wie Auszubildende in drei Jahren. Das verlangt regelmäßiges Lernen, auch zu Hause. Prüfen Sie ehrlich, ob Sie das neben Familie und anderen Pflichten schaffen.

Verdienst und Arbeitsmarkt

Was in diesem Beruf gezahlt wird, zeigt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, auch getrennt nach Bundesland, Alter und Geschlecht. Die Werte dort gelten für alle Beschäftigten im Beruf, auch für langjährige.

Verlässliche Zahlen zur Nachfrage speziell in der Region Mannheim haben wir nicht gefunden. Schauen Sie sich deshalb vor der Entscheidung aktuelle Stellenanzeigen an und sprechen Sie mit Ihrer Beratung bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Umschulung?

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Damit die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter eine Umschulung in Vollzeit fördert, muss sie in der Regel um mindestens ein Drittel kürzer sein (§ 180 Absatz 4 SGB III). Eine Ausnahme ist möglich, wenn jemand aus persönlichen Gründen nur mit der vollen Dauer Erfolg haben kann. In Teilzeit dauert eine Umschulung länger, bis zu 36 Monate.

Ist der Abschluss derselbe wie nach einer Ausbildung?

Ja. Sie legen dieselbe IHK-Abschlussprüfung nach derselben Verordnung ab.

Wann ist bei mir Teil 1 der Prüfung?

Das hängt vom Ablauf Ihrer Umschulung ab. Für Teil 1 und Teil 2 brauchen Sie jeweils eine eigene Zulassung. Den Termin erfahren Sie beim Bildungsträger und bei der zuständigen IHK, für Mannheim und Heidelberg ist das die IHK Rhein-Neckar, für Ludwigshafen die IHK Pfalz.

Quellen

Ihr nächster Schritt

Gut vorbereitet ins Beratungsgespräch

Mit unserer Checkliste wissen Sie, was Sie mitnehmen und was Sie fragen sollten.

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