Umschulung · IT

Fachinformatiker/-in für Anwendungsentwicklung

Sie lernen, Software zu planen, zu programmieren und zu testen.

Umschulung zum Fachinformatiker in Mannheim: Mann arbeitet am Laptop neben Monitor und Netzwerkkabeln

Worum es geht

Anwendungsentwickler bauen Programme, Apps und Schnittstellen für Unternehmen. Sie sprechen mit den Fachabteilungen, übersetzen deren Wünsche in Anforderungen und setzen sie in Code um. Ein Großteil der Arbeit ist Lesen, Testen und Verbessern von bestehendem Code.

Was Sie lernen

  1. Programmieren, meist mit Java, C# oder Python
  2. Datenbanken und SQL
  3. Softwaretests und Fehlersuche
  4. Projektarbeit nach agilen Methoden
  5. IT-Sicherheit und Datenschutz
  6. Praktikum in einem Betrieb

Die genauen Inhalte unterscheiden sich je nach Bildungsträger. Fragen Sie nach dem Lehrplan.

Das passt zu Ihnen, wenn …

  • Sie knobeln gern an Problemen, bis sie gelöst sind.
  • Sie können sich stundenlang auf eine Aufgabe konzentrieren.
  • Englische Fachtexte schrecken Sie nicht ab.

Aussichten in Mannheim

Softwarehäuser, IT-Abteilungen der Industrie und Dienstleister in der Metropolregion Rhein-Neckar suchen laufend Entwickler. Viele arbeiten nach der Probezeit teilweise im Homeoffice.

Wo Sie das in der Region lernen können

Diese Träger haben das Angebot laut eigener Website in Mannheim oder Umgebung im Programm. Alphabetisch, ohne Wertung.

  • ComCave CollegeReichskanzler-Müller-Straße 21, 68165 Mannheim
    Zum Angebot
  • DAA Deutsche Angestellten-AkademieKaiserring 2–6, 68161 Mannheim
    Zum Angebot
  • EVB TrainingM7, 18, 68161 Mannheim
    Zum Angebot
  • future Training & ConsultingMannheim
  • GFNN7, 13–15, 68161 Mannheim
    Zum Angebot
  • IAL Institut für angewandte LogistikMannheim
  • IBB Institut für Berufliche BildungM7, 16–18, 68161 Mannheim
    Zum Angebot
  • WBS TRAININGBürgermeister-Grünzweig-Straße 1, 67059 Ludwigshafen
    Zum Angebot

Alle Bildungsträger ansehen

So geht es weiter

Sprechen Sie mit Ihrer Arbeitsvermittlung bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter. Dort klären Sie, ob die Umschulung für Sie gefördert werden kann. Wie die Förderung funktioniert

Ratgeber

Umschulung Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung: alles im Detail

Was Sie im Alltag tun

Programmieren ist nur ein Teil der Arbeit. Ein Auftrag beginnt fast immer mit einem Gespräch: Was braucht der Kunde oder die Fachabteilung genau? Daraus wird ein Plan mit Zeitrahmen und Kosten. Erst dann schreiben Sie Code, testen ihn und bereiten die Einführung vor. Zum Schluss dokumentieren Sie, was Sie gebaut haben, damit andere damit weiterarbeiten können.

Genau diesen Ablauf beschreibt auch die Ausbildungsverordnung für das Abschlussprojekt: Kundenanforderungen analysieren, das Projekt planen, die Wirtschaftlichkeit betrachten, Software erstellen oder anpassen, testen, die Einführung vorbereiten und dokumentieren. Viel Zeit fließt in Abstimmung und Schreibarbeit. Wer nur still vor sich hin programmieren möchte, sollte das wissen.

Was Sie in der Umschulung lernen

Eine Umschulung in diesem Beruf richtet sich nach derselben Verordnung wie die Ausbildung, der Fachinformatikerausbildungsverordnung (FIAusbV) von 2020. Das Berufsbildungsgesetz schreibt vor, dass Berufsbild, Ausbildungsrahmenplan und Prüfungsanforderungen auch für Umschulungen gelten. Auch der wesentliche Stoff der Berufsschule gehört dazu, weil er in der Prüfung abgefragt wird.

Die Verordnung teilt die Inhalte in drei Gruppen:

  • Für alle Fachinformatiker gleich: unter anderem Kunden informieren und beraten, IT-Lösungen entwickeln, erstellen und betreuen sowie Maßnahmen zur IT-Sicherheit und zum Datenschutz umsetzen und prüfen.
  • Nur in der Anwendungsentwicklung: kundenspezifische Softwareanwendungen konzipieren und umsetzen und die Qualität von Softwareanwendungen sicherstellen.
  • Begleitend: Inhalte, die während der ganzen Zeit nebenbei vermittelt werden.

Die Fachrichtung Anwendungsentwicklung ist eine von vier. Die anderen sind Systemintegration, Daten- und Prozessanalyse sowie Digitale Vernetzung. Wenn Sie unsicher sind, ob Sie lieber Programme schreiben oder Netzwerke und Server betreuen möchten, lohnt ein Blick auf die anderen Fachrichtungen, bevor Sie sich festlegen.

So läuft die Prüfung

Sie legen dieselbe Abschlussprüfung vor der IHK ab wie Auszubildende. Sie besteht aus zwei Teilen, die zeitlich auseinanderliegen. Beide Teile zählen für die Endnote.

  • Teil 1 – Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes: schriftlich, 90 Minuten, 20 Prozent der Endnote.
  • Planen und Umsetzen eines Softwareprojektes: 50 Prozent. Sie führen ein Projekt in einem Betrieb durch und dokumentieren es, dafür haben Sie höchstens 80 Stunden. Vorher reichen Sie eine Projektbeschreibung mit Zeitplan zur Genehmigung ein. Danach präsentieren Sie das Ergebnis und führen ein Fachgespräch, zusammen höchstens 30 Minuten, die Präsentation höchstens 15 Minuten.
  • Planen eines Softwareproduktes: schriftlich, 90 Minuten, 10 Prozent. Es geht etwa um die Wahl von Entwicklungsumgebung und Bibliotheken, Programmspezifikationen, Bedienoberflächen und Qualitätskontrolle.
  • Entwicklung und Umsetzung von Algorithmen: schriftlich, 90 Minuten, 10 Prozent.
  • Wirtschafts- und Sozialkunde: schriftlich, 60 Minuten, 10 Prozent.

Bestanden haben Sie, wenn das Gesamtergebnis und das Ergebnis von Teil 2 jeweils mindestens „ausreichend“ sind. Außerdem müssen drei Prüfungsbereiche von Teil 2 mindestens „ausreichend“ sein, und keiner darf „ungenügend“ sein. Fehlt nur wenig, können Sie in einem der drei schriftlichen Bereiche von Teil 2 eine mündliche Ergänzungsprüfung von etwa 15 Minuten beantragen.

Was Sie mitbringen sollten

Sie brauchen Ausdauer beim Lernen. Programmieren lernt man vor allem durch eigenes Üben. Rechnen Sie damit, auch außerhalb des Unterrichts Zeit dafür zu brauchen. Sie sollten außerdem gern schreiben und erklären: Projektbeschreibung, Dokumentation und Präsentation machen zusammen einen großen Teil der Prüfung aus.

Was schwierig sein kann

  • Das Tempo: Sie lernen den Stoff einer dreijährigen Ausbildung in deutlich kürzerer Zeit. Wer neben der Umschulung Kinder betreut oder Sorgen hat, spürt das.
  • Der Betrieb für das Projekt: Die Abschlussprojektarbeit ist eine betriebliche Projektarbeit. Sie brauchen also einen Betrieb, in dem Sie ein echtes Projekt umsetzen dürfen. Fragen Sie vor dem Start, wie der Bildungsträger bei der Suche hilft.
  • Der Arbeitsmarkt: Die Bundesagentur für Arbeit sieht in der Softwareentwicklung seit 2025 keinen allgemeinen Fachkräfteengpass mehr (siehe unten). Ein Abschluss allein garantiert keine Stelle.

Verdienst und Arbeitsmarkt

Was in diesem Beruf gezahlt wird, zeigt der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, auch getrennt nach Bundesland, Alter und Geschlecht. Die Werte dort gelten für alle Beschäftigten im Beruf, auch für langjährige.

Zum Arbeitsmarkt: In der Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Bundesagentur für Arbeit gilt die Softwareentwicklung nicht mehr als Engpassberuf. In den Jahren davor war sie regelmäßig einer. Die Bundesagentur meldet zudem für 2025 deutlich weniger offene Stellen für IT-Fachleute als im Vorjahr. Für Sie heißt das: Bewerbungen können länger dauern. Ein gutes Abschlussprojekt und Praxis im Betrieb helfen beim Einstieg.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Umschulung?

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Die Arbeitsagentur und das Jobcenter fördern eine Umschulung in Vollzeit in der Regel nur, wenn sie um mindestens ein Drittel kürzer ist. Bei einem dreijährigen Beruf sind das höchstens 24 Monate. Ausnahmen gibt es, wenn nur eine längere Dauer Erfolg verspricht, etwa wegen persönlicher Umstände. In Teilzeit dauert eine Umschulung länger, bis zu 36 Monate.

Ist der Abschluss so viel wert wie nach einer Ausbildung?

Ja. Sie legen dieselbe IHK-Prüfung nach denselben Anforderungen ab.

Was passiert, wenn ich durchfalle?

Sie können die Abschlussprüfung zweimal wiederholen. Teil 1 allein lässt sich nicht wiederholen. Ob die Förderung bis zur Wiederholungsprüfung weiterläuft, klären Sie am besten früh mit Ihrer Arbeitsagentur oder Ihrem Jobcenter.

Quellen

Ihr nächster Schritt

Gut vorbereitet ins Beratungsgespräch

Mit unserer Checkliste wissen Sie, was Sie mitnehmen und was Sie fragen sollten.

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